Ausführlicher Erfahrungsbericht zum LG G5

Andre Reinhardt

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Eventuell kennt mich der ein oder andere noch, ich hatte leider bisher keine Zeit gefunden, mich hier wieder einzubringen. Die leere LG-G5-Ecke möchte ich nun aber doch füllen, da es einfach ein geniales Smartphone ist, das ich seit etwa zwei Monaten selbst besitze.

Hier also nun mein Erfahrungsbericht zum modularen Flaggschiff

Warum das G5?

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Eigentlich spielte ich zunächst mit dem Gedanken, mir das Galaxy S7 Edge zu holen, ein Kumpel von mir riet mir allerdings, mich mehr über das neue Modell von LG zu informieren. Gesagt, getan – und der Gedanke mit dem Samsung-Smartphone war sogleich vom Tisch.

Das liegt zum einen daran, dass Samsung bei der 7er-Reihe wieder wenig Innovation zeigte, der Sprung vom S5 zum S6 war gewaltig, beim S7 wirbt man vornehmlich mit wieder eingeführten Features (microSD-Schacht + Staub- und Wasserschutz). Das Design ist nun etwas „runder“, die Hardware wurde ordnungsgemäß verbessert, aber das Ganze wirkte einfach nicht eindrucksvoll genug auf mich.

Das G5 hingegen punktet gleich mit mehreren Innovationen. Aluminium-Unibody (ja, das ist es – trotz der Lackschicht) samt austauschbarem Akku, Modul-System und Ultraweitwinkel-Kamera. Außerdem gibt es den neuen USB-Typ-C-Anschluss. Das alles waren für mich genug Gründe, um zum Highend-Modell von LG zu greifen.

Erster Eindruck vom LG G5

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Es war eher „Liebe auf dem zweiten Blick“. Zuvor hatte ich ein Samsung Galaxy Alpha, das um einiges handlicher und leichter war. Entsprechend kam mir das G5 zunächst vor wie ein Klotz.Auch die Haptik war anfangs ungewohnt, fühlt sich aber mittlerweile größtenteils sehr gut an.

Die Schachtel des Lgs ist witzig gestaltet, da die Box selbst ausziehbar ist und an den modularen Aufbau erinnert, inklusive Silhouette des Smartphones und Foto des Standardmoduls. Das Display empfand ich als „gut“, es riss mich aber nicht ganz vom Hocker. Der Sound hingegen begeisterte von der ersten Minute an.

Das LG G5 im Alltag

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Das Gerät liegt gut in der Hand und fühlt sich – zu 90 Prozent – hochwertig an. Die restlichen 10 Prozent lässt sich der Hersteller von seiner eigenen Modularität klauen. Die Schnittstelle innerhalb der Module ist nämlich im Gegensatz zum Rest des Handys nicht aus Aluminium, sondern aus Plastik gefertigt.

Deshalb stellt das Konstrukt eine gewisse Schwachstelle dar. Man sollte auf keinen Fall das G5 in einer engen Hosentasche verstauen – außer mit einer guten Schutzhülle. Ansonsten kann das Standardmodul sich irgendwann leicht biegen, was nicht nur doof aussieht, sondern auch ein unschönes Knarzen beim Anpacken produziert.

Abgesehen von diesem Makel bei der Haptik macht das G5 im Alltag mächtig Laune. Wer einmal so eine Ultraweitwinkel-Kamera im Smartphone hatte, will kein Modell mehr ohne. Die 135 Grad im Vergleich zu den 88 Grad der normalen Optik bringen einfach viel mehr aufs Bild.

Somit sind Aufnahmen von Gruppen, Hochhäusern, hohen Bäumen und Landschaften auch aus recht naher Distanz kaum ein Problem. Man erhält Fotos, wie sie mit einer „normalen“ Kamera nicht möglich wären. Die Qualität der 8-Megapixel-Linse ist „gut“, aber nicht so beeindruckend wie bei der Hauptkamera mit 16 Megapixel.

Der Snapdragon 820 mit 4 GB RAM sorgt außerdem dafür, dass das G5 abgeht wie eine Rakete. Ruckeln? Fehlanzeige. Egal ob man ein Dutzend Apps aufgerufen hat, ein forderndes 3D-Spiel spielt oder den Browser mit Apps zumüllt, das Android-6-System läuft stets butterweich.

Das Display ist ebenfalls sehr gut, sowohl von der Farbdarstellung, als auch von der Helligkeit und vom Kontrast her gesehen. Zunächst musste ich mich allerdings persönlich umstellen, da ich die knalligen Farben meines Alphas gewohnt war. Doch im Nachhinein betrachtet bietet das G5 die realistischere Darstellung.

Zur Akkulaufzeit: Ich wundere mich oft, wieso sich viele über die „nur“ 2.800 mAh aufregen. Das Galaxy S7 hat auch „nur“ 3.000, mAh also nicht wirklich viel mehr. Das G5 bringt einen bei moderater Nutzung locker über zwei Tage. Dabei kann man das Display (84 Prozent Helligkeit) zu zwei Stunden eingeschaltet lassen. Mittlerweile spiele ich deutlich mehr mit dem Smartphone herum, trotzdem hält es immer brav einen ganzen Tag durch.

Kurz noch zur Modularität

Das G5 ist im Gegensatz zum Moto X wirklich modular, da hier nichts angeklemmt, sondern tatsächlich ein Teil des Gerätes ausgetauscht wird. Mikrofon, Lautsprecher und USB-Anschluss sind somit bei einem Defekt leicht selbst reparierbar. Einfach ein neues Standardmodul kaufen und gut ist.

Hingegen sind die bisherigen beiden Module eher mittelprächtig. Ich selbst bekam als Vorbesteller das CAM Plus gratis dazu. Zwar sind der Auslöser und das Zoomrad tatsächlich ein kleiner Mehrwert, die Anordnung der Tasten ist aber misslungen und richtig komfortabel halten lässt sich das Konstrukt auch nicht. Das CAM Plus ist kein totaler Reinfall, aber es wäre mehr drin gewesen.

LG hat anderen Entwicklern die Möglichkeit eingeräumt, weitere Module zu erstellen. Es bleibt abzuwarten, ob wirklich welche kommen und wie nützlich diese sind. Bisher hält sich der Nutzen der Modularität beim G5 also in Grenzen.

Fazit zum LG G5

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Pro:
  • Kameras
  • Display
  • Geschwindigkeit
  • Lautsprecher
  • Verarbeitung (außer der Modulverbindung)
  • Software
Kontra:

  • Unausgereifte Modulverbindung
  • Kein Staub- und Wasserschutz
Das LG G5 kann ich wirklich ohne Bedenken empfehlen. Man wird viel Spaß an dem Gerät haben, sofern man es pfleglich behandelt. Vor allem bei den derzeitig rasant fallenden Preisen gibt es kaum eine Alternative im Highend-Segment.
 
Zuletzt bearbeitet:

Chania

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Ich kann mich nur anschließen. Das G5 ist LG echt gelungen.

Der Snapdragon macht das Phone wahnsinnig schnell und sehr performant. Die Farbtiefe und Intensität des Displays ist der Knaller.

Zur Akkulaufzeit. Trotz Always-on-Display, Standortabfrage über GPS und Wlan on verbraucht meins in 6 Std DeepSleep grad 1% Akku.
LG ist aber generell sehr Displaylastig, weshalb beim Rumspielen der Akku gut schrumpft. Bei normaler Nutzung komm ich aber trotzdem locker über den Tag. Heißt ne Std BT fürs Autoradio, regelmäßig FB checken und immer mal die PoGo-App öffnen um am Stop zu drehen, sind locker drin.

Ich war vom G3 schon begeistert, das G5 legt für mich nochmal einen drauf. Ich würde es wieder kaufen.
 

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